Anfang der 2000er Jahre war Herrenmode… irgendwie langweilig. Kastenförmige Jacken, weite Hosen und eine „respektable“ Ausstrahlung, die förmlich nach Bürojob schrie. Dann tauchte Hedi Slimane bei Dior Homme auf – groß, schlank, sah aus, als käme er direkt von einem Indie-Konzert – und schrieb die Regeln komplett neu.
Herbst/Winter 2001 – als der Anzug ein Upgrade bekam
Slimanes erste Dior Homme Show traf ein wie ein Debütalbum, das sofort alles veränderte. Er nahm den Anzug, reduzierte ihn aufs Wesentliche und machte ihn messerscharf: enge Hosen, lange Jacken, Hemden, die wie eine zweite Haut saßen. Schlanke Lederkrawatten wurden zum ultimativen Cool-Kid-Accessoire. Alles war schwarz, weiß und minimalistisch – von der Vorstadt-Dad-Energie keine Spur.
Rockbands waren sofort dabei – The Strokes, Franz Ferdinand – plötzlich stand der Anzug nicht mehr für Vorstandsetagen, sondern für Backstage-Pässe.
2003 „Luster“ – Dior wird glam
Zwei Jahre später drehte Slimane richtig auf. „Luster“ war pure Glam-Rock-Energie: glänzende Stoffe, metallische Oberflächen und androgyn wirkende Models mit Bowie-ähnlichen Augenbrauen. Es waren nicht mehr nur Klamotten – es war ein komplettes Lebensgefühl. Und ja, David Bowie trug tatsächlich Dior Homme und überreichte Slimane sogar einen CFDA-Preis darin. Stell dir Bowie, Mick Jagger und Pete Doherty vor, wie sie vor einem Auftritt durch einen Stapel Dior-Jacken stöbern – so eng war die Verbindung zwischen Mode und Musik.
2004 „Strip“ – Höhepunkt der Skinny-Energie
Wenn „Black Tie“ der Durchbruch war und „Luster“ die Party, dann war „Strip“ der Mic Drop. Die schmalsten Hosen, die Dior Homme je gesehen hatte, scharfe schwarze Mäntel mit winzigen Revers, gestreifte Schals und diese unordentliche Post-Punk-Attitüde. Stell dir Paris bei Nacht vor, Zigarettenrauch in der Luft, Fotos mit hartem Blitz – genau das war die Stimmung.
Der schwarze Mantel aus der „Strip“-Kollektion ist heute ein Mode-Archiv-Schatz, begehrt bei Sammlern auf der ganzen Welt.
Warum es immer noch begeistert
Slimane hat nicht nur den Anzug schmaler gemacht – er hat die Wahrnehmung komplett verändert. Er hat Herrenmode direkt mit Jugendkultur verbunden, Indie-Rock und Glam eingespeist und das ganze Männlich-Weiblich-Ding verwischt, bevor es überhaupt Mainstream war.
Wenn du heute jemanden in engen Hosen, scharfer Jacke und Sneakers siehst, ist die Chance groß, dass dieser Look auf die frühen 2000er und Hedi Slimane bei Dior Homme zurückgeht.