Fashion Photographers
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Stil, Skandal und Kunst: Geschichten legendärer Modefotografen

Modefotografie dreht sich nicht nur um schöne Bilder – sie ist eine Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, Emotionen zu vermitteln und Charakter einzufangen. Jeder Fotograf entwickelt seine eigene Sprache, in der Mode zum Werkzeug wird, um menschliche Stärke, Freiheit und Verletzlichkeit zu erforschen.

Helmut Newton wurde in Berlin geboren und war von frühester Jugend an fasziniert von der Fotografie. Als Schüler der Modernistin Eve erlernte er Studio-Techniken, arbeitete mit Negativen und Retuschen. Sein Stil hob sich schnell von seinen Zeitgenossen ab: Newtons Aufnahmen verbanden Erotik, Kraft und eine kühle Ästhetik.

Stiefel, Peitschen, Sättel, Sporen und Ketten wurden zu Symbolen der Kontrolle, während Absätze und Leder weibliche Stärke betonten. In den 1960er bis 70er Jahren arbeitete er für die französische Vogue und kreierte ikonische Bilder, in denen Sexualität und Glamour ohne Vulgarität miteinander verschmolzen. Seine Aufnahmen mit Yves Saint Laurent Smokings und die Sattel-Serie zeigten sein Prinzip: Der nackte Körper soll metaphorisch, nicht provokativ sein.

Patrick Demarchelier wuchs in der Normandie mit seiner Mutter und vier Brüdern auf. Mit siebzehn erhielt er seine erste Kamera und begann, sich autodidaktisch mit Fotografie auseinanderzusetzen. Demarchelier verglich den Beruf mit dem Sport: tägliches Üben, Fehler machen und daraus lernen.

Mit zwanzig zog er nach Paris und später nach New York, begann in einem Fotolabor, bei Modelagenturen und als Assistent etablierter Modefotografen zu arbeiten. Ab Ende der 1970er Jahre arbeitete er mit Elle und Marie Claire zusammen und schuf Covers und Werbekampagnen.

Sein Stil war natürlich und weich. Demarchelier konnte den nackten Körper so fotografieren, dass das Bild spontan und ehrlich wirkte, als vergäße das Model die Kamera. Dieser Ansatz führte zu ikonischen Werken, darunter das Porträt von Prinzessin Diana, das die Wärme ihres Lächelns, die Leichtigkeit ihrer Bewegungen und ihre innere Stärke einfing. Das Foto wurde ein neues Bild von Diana für die Welt und erschien auf dem Cover der British Vogue – ein Beweis für Demarcheliers Talent, zeitlose, lebendige Fotos zu schaffen.

Steven Meisel wollte seine Musen seit frühester Jugend im echten Leben sehen. Mit zwölf traf er Twiggy, seine Kindheitsikone, und machte sein erstes Foto mit ihr. Nach der Schule studierte Meisel Illustration am Parsons und arbeitete für Halston sowie als Lehrkraft. Die Fotografie blieb seine Leidenschaft, zunächst als Wochenend-Hobby, bei dem er Models in New York fotografierte.

Später widmete sich Meisel vollständig der Fotografie. Sein Talent wurde sofort erkannt: Er arbeitete für Seventeen und andere Magazine, fotografierte Models von Elite und schuf ikonische Albumcover wie Madonnas "Like a Virgin" (1984) und Mariah Careys "Daydream" (1995). 1988 wurde er Chef-Fotograf der Vogue Italia, prägte zwei Jahrzehnte lang den Stil und die Vision des Magazins und verband Mode mit sozialen Themen.

Meisel ist bekannt dafür, soziale Botschaften in Modebilder einzubinden. Er schuf provokante Arbeiten zu Themen aus Industrie, Gesellschaft und Politik, wie die Serie "Supermodels in Rehabilitation". Eines seiner Schlüsselwerke war das Cover des Black Issue von 2008, auf dem Models aus alten und neuen Generationen zu sehen sind – von Naomi Campbell bis Jordan Dunn. Meisel sorgt dafür, dass seine Fotos nicht nur von Schönheit erzählen, sondern auch relevante gesellschaftliche Themen ansprechen. So hinterlässt er beim Betrachter ein Gefühl von Realität und Tiefe.

Richard Avedon wurde in Manhattan geboren, umgeben von Mode und Schönheit seit seiner Kindheit. Seine ersten Schritte in der Fotografie machte er mit zehn Jahren, als er einen Nachbar-Komponisten fotografierte. Seine jüngere Schwester wurde sein erstes Model, und ihre zarte Schönheit prägte sein Leben und Werk nachhaltig. Er begann für Harper’s Bazaar und Vogue zu arbeiten, lernte vom legendären Art Director Alexey Brodovich und schuf später eigene ikonische Bilder.

Avedons Stil war energiegeladen und lebendig: Models posierten nicht nur – sie bewegten sich, tanzten und spürten den Moment. Ein ikonisches Bild zeigt ein Model in einem Christian Dior Kleid, mitentworfen von Yves Saint Laurent, im Kontrast zu riesigen Elefanten.

Avedon scheute keine Provokation; 1985 fotografierte er eine Calvin Klein Kampagne mit der 15-jährigen Brooke Shields, die wegen ihrer Kühnheit und ihres Konzepts einen Skandal auslöste. Für Avedon ging es bei jedem Foto um die Essenz des Moments, nicht um oberflächliche Effekte.

Annie Leibovitz verbindet eine künstlerische Herangehensweise mit Fotografie. Sie studierte Malerei am San Francisco Art Institute, verlagerte ihren Fokus jedoch allmählich auf die Fotografie. Sie bewunderte die Werke von Cartier-Bresson, Robert Frank, Newton und Arbus. In den 1970er Jahren begann Leibovitz für Rolling Stone zu arbeiten, gewann schnell Ruhm mit eindrucksvollen Covern und Reportagen, wobei ihr ikonisches Foto von Yoko Ono und John Lennon ihr weltweite Anerkennung brachte.

Leibovitz schafft sowohl Gruppen- als auch Einzelporträts, bei denen jede Person zur Hauptfigur wird. Zu ihren berühmten Shootings gehört Leonardo DiCaprio mit einem Schwan. Ihre Arbeit für Vogue und Vanity Fair festigte ihren Status als führende Celebrity-Fotografin und prägte die amerikanische Mode. Leibovitz nimmt Technologie, Photoshop und sogar KI an, bleibt eine führende Meisterin der Mode-Porträtfotografie, die die Branche für immer verändert hat.

Modefotografie handelt nicht nur von Kleidung und Schönheit; sie ist ein Mittel, Charakter, Emotion und gesellschaftlichen Kontext zu vermitteln. Helmut Newton, Patrick Demarchelier, Steven Meisel, Richard Avedon und Annie Leibovitz entwickelten eigenständige Stile, die Ästhetik, Provokation und Innovation verbinden. Jeder von ihnen hat die Wahrnehmung von Mode verändert und gezeigt, dass Fotografie mehr erzählen kann als Worte und einen bleibenden Eindruck im kulturellen Gedächtnis hinterlässt.

 

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