Milan Fashion Week
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Mailänder Modewoche: Die Highlights

Vom 23. bis 28. September fand in Mailand die Fashion Week statt. Sie war interaktiv, unterhaltsam, manchmal etwas zäh, manchmal frisch – aber niemals farblos.

Gucci / Demna

Demnas Debüt bei Gucci erschien als Lookbook mit dem Titel La Famiglia. Das Konzept: „Kleiderschrank einer verrückten Familie“, mit Charakteren voller Persönlichkeit – von fatalen Frauen über elegante Sciura bis hin zu Diven, von Instagram-Süchtigen bis zu denen, die einfach das Leben genießen.

Gucci griff seine ikonischen Codes auf: die Bamboo 1947 Tasche, Horsebit-Loafer, das Flora-Motiv und das GG-Monogramm. Die Ästhetik vereinte Maximalismus (Opernmantel, Schmuck) mit minimalistischer Sinnlichkeit transparenter Stoffe.

La Famiglia markiert ein neues Kapitel für Gucci – die Rückkehr zum Storytelling, die Neuinterpretation des Erbes und die Vorbereitung auf Demnas erste Runway-Show im Februar.

Der Tiger

Begleitend zum Lookbook präsentierte Demna den Kurzfilm The Tiger, inszeniert von Spike Jonze und Halina Reijn. Diese Aktion unterstrich Guccis Anspruch, zum Storytelling zurückzukehren – nicht nur durch Mode, sondern auch durch Kino. Jonze, bekannt für seine emotionale Ironie (Her, Being John Malkovich), und Reijn, Schöpferin der satirischen Horrorkomödie Bodies Bodies Bodies, kombinierten ihre Stile, um Gucci als emotionalen und filmischen Kosmos zu inszenieren.

Diesel

Diesel inszenierte eine wahre „Goldsuche“. Die Show begann mit Models in transparenten Eiern, aus denen die ersten Looks sichtbar wurden. Die restlichen 55 Looks waren auf ähnliche Installationen in ganz Mailand verteilt. Zuschauer konnten sie wie Puzzleteile sammeln, mit Preisen für diejenigen, die die meisten entdeckten. Es war nicht nur eine Show – es war ein Spiel, das die Stadt zum Laufsteg machte und Mode zum interaktiven Erlebnis.

Die Suche ließ sich auch online über einen speziellen YouTube-Stream verfolgen.

In dieser Saison lag Glenn Martens Fokus auf Outerwear: Mäntel und Trenchcoats strukturierten Diesels traditionelle „destroyed“ Looks neu und verliehen ihnen frischen Schwung.

Jil Sander / Simone Berlotti

Simone Berlottis Debüt zeigte klare Silhouetten, präzise Schnitte und absolute Eleganz ohne Überfluss. Jeder Look war durchdacht und perfekt verarbeitet, vereinte ruhige Raffinesse mit moderner Sinnlichkeit. Berlotti bewies, dass Minimalismus verfeinert, emotional und alles andere als kühl sein kann.

Fendi

Zum 100-jährigen Jubiläum präsentierte Fendi eine strahlende, lebhafte Kollektion, die sich von den vergangenen Saisons abhob. Ikonische Accessoires, Archivneuauflagen, von den 90ern inspirierte Schuhe und tragbare Stücke verbanden Nostalgie mit Moderne.

Prada 

Prada blieb mit klassischen Uniformen und bekannten Silhouetten erkennbar, setzte aber markante neue Akzente. Highlight waren spitze Schuhe mit offenen Zehen – eine mutige Variante, die wohl eine neue Trendwelle auslösen wird. Die Kollektion zeigte, dass selbst vertraute Formen überraschen und inspirieren können.

Maison Margiela / MM6

Die MM6-Linie präsentierte dekonstruierte Jacken, interessante Schuhe und auffällige Accessoires. Doch die diesjährige Fülle an Prints und Farben schwächte die klar definierte Markenphilosophie etwas ab. Dennoch bewahrte die Kollektion einen Sinn für Experimentierfreude und unkonventionellen Stil.

Moschino 

Adrian Apiolaza lieferte pures Spektakel: metallische Röcke, von Memes inspirierte T-Shirts und sogar Türme aus Geschenkboxen auf den Köpfen der Models. Die Kollektion vereinte Humor, Verspieltheit und gewagtes Design – Moschino bewies erneut, dass Mode Spaß machen und überraschend sein kann.

Emporio Armani / Giorgio Armani

Emporio Armani blieb der Tradition treu: alle Grautöne, klassische Silhouetten und zurückhaltende Eleganz. Die Show von Giorgio Armani wirkte wie ein ritueller Abschied von der Legende, mit entspannten Formen, durchdachten Details und großer emotionaler Tiefe. Ein bewegender Abschluss der Fashion Week – nicht traurig, sondern mit einem tiefen Gefühl für Armanis bleibendes Erbe.

Die diesjährige Mailänder Fashion Week war lebendig, vielfältig und emotional: von Moschinos spielerischen Experimenten über Jil Sanders minimalistische Eleganz bis hin zu nostalgischem Fendi und cineastischem Gucci. Jede Marke fand ihre eigene Stimme und hinterließ bleibenden Eindruck.

Jetzt richten sich alle Blicke auf die Paris Fashion Week – spannend zu sehen, welche Überraschungen und Trends die Stadt der Lichter bereithält.

 

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