Kylie Jenner
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Ikonische Shootings der letzten Zeit: Sandra Bullock, Kylie Jenner, Olivia Rodrigo und mehr

Offenbar hat sich die Modefotografie endlich von der Zeit verabschiedet, in der man einen Star vor einen neutralen Hintergrund stellte und erwartete, dass alle damit zufrieden sind. In letzter Zeit sind Cover wieder etwas, das man wirklich anschauen möchte. Nicht nur wegen der Prominenten im Bild, sondern wegen der Kulissen, des seltsamen Lichts, der gemalten Hintergründe, der Theatralik und dem Gefühl, dass sich jemand bei diesem Shooting tatsächlich etwas gedacht hat.

Nach Rihanna, Madonna, Kim Kardashian und Olivia Rodrigo aus der vorherigen Auswahl ist nun die nächste Welle starker Bilder da. Und auch diesmal gibt es einiges zu besprechen: Sandra Bullock in einem fast gotischen Märchen, Kylie Jenner in einer verschwommenen, kühl getönten Ästhetik, Olivia Rodrigo als Heldin eines alten Gartens, Sarah Pidgeon in Prada und Anya Taylor-Joy in Kleidern aus Papier.

Sandra Bullock für Interview

Beginnen wir mit Sandra Bullock, denn ihr neues Shooting für Interview wirkt wie eine eindrucksvolle Rückkehr zu den großen Magazinbildern. Die Ausgabe erschien im September 2026, fotografiert von Szilveszter Makó und gestylt von Lisa Jarvis. Im Interview spricht Sandra mit Jennifer Aniston über ihre Rückkehr in die Öffentlichkeit, Practical Magic 2 und ihr Leben nach einer langen Pause.

Visuell ist das Makó in Reinform. Dunkle Räume, gemalte Kulissen, das Gefühl einer Theaterbühne, eine schwarze Katze, grüne Wände, eine blaue Fellmasse um den Körper. Sandra sieht nicht aus wie eine Schauspielerin, die einen neuen Film promotet. Sie wirkt wie eine Figur aus einem alten, düsteren Märchen, die versehentlich in ein Modemagazin geraten ist.

Gerade mit ihrem Image funktioniert das besonders gut. Seit Jahren steht Sandra Bullock kulturell für eine sehr menschliche, vertraute, sehr amerikanische Heldin. Hier setzt man sie in einen kühlen, fremden, beinahe hexenhaften Raum. Das bricht ihr Image nicht auf. Es zeigt nur seine erwachsenere, dunklere Seite.

Olivia Rodrigo erneut vor Szilveszter Makós Kamera

Neuer Tag, neues Szilveszter-Makó-Shooting. Diesmal mit Olivia Rodrigo für die September/Oktober-Ausgabe 2026 der Vogue Philippines.

Und langsam ist es fast komisch, weil sein Stil überall aufzutauchen beginnt. Noch ein bisschen mehr, und wir erkennen seine Hintergründe schneller als die Gesichter der Menschen darauf. Aber im Moment ist es noch einfach schön.

Bei Olivia wirkt diese Ästhetik weicher als bei Sandra. Gemalte Bäume, dunkle Pflanzensilhouetten, ein rosafarbenes Kleid, ein silberner Look, etwas Märchenhaftes und zugleich etwas Museales. Sie sieht nicht aus wie ein Popstar im üblichen Sinn. Eher wie die Heldin einer alten Illustration, die jemand zum Leben erweckt und in High Heels gesteckt hat.

Das Einzige, was ich Makó sagen möchte: Bitte etwas langsamer. Denn wenn Schönheit zu oft auftaucht, droht sie zum Filter zu werden. Wobei sein Tempo angesichts der großen Bauhaus-Ballett-Ausstellung, die vor ihm liegt, vermutlich teilweise nachvollziehbar ist.

Kylie Jenner für Who What Wear

Kylie Jenner für Who What Wear ist ein Vergnügen ganz eigener Art. Für die Strecke The Reinvention of Kylie Jenner verantwortete Aidan Zamiri die visuelle Gestaltung.

Und man spürt sofort die Handschrift von jemandem, der mit einem popkulturellen Image umzugehen weiß. Niemand versucht, Kylie in eine ernsthafte Schauspielerin oder neue Intellektuelle zu verwandeln. Man nimmt sie als Medienfigur und platziert sie in einem kühlen, verschwommenen Raum, der fast wie ein Musikvideo wirkt.

Eine blaue Perücke, Körnung, weicher Fokus, schwarze Texturen in der Kleidung. Das Ganze sieht aus wie eine Szene aus einem Sci-Fi-Musikvideo der frühen 2000er, nur ohne plumpes Nostalgie-Theater. Kylie kämpft hier nicht gegen ihr Image an. Man gibt ihm einfach eine neue Temperatur.

Und das ist vermutlich das Beste, was ein Magazin mit ihr machen kann: nicht erklären, warum sie relevant ist, sondern sie so fotografieren, dass man es ab dem ersten Bild versteht.

Vogue Portugal und José Santana

Als Nächstes ein sehr starkes Bild aus der Vogue Portugal. Die Septemberausgabe We Are The Pattern zeigt ein Editorial mit Valeriia Maiboroda.

Und dazu möchte ich schlicht sagen: schön. Kein großes Drama, keine lange Erklärung nötig. Eine große schwarze Kapuze, puppenhaftes Make-up, rote Lippen, ein beinahe unnatürlich blasses Gesicht. Das Cover wirkt wie eine Modeversion einer Porzellanfigur, die man zufällig in einer alten Kiste mit Theaterrequisiten entdeckt hat.

Besonders gut funktioniert der Kontrast: die fragile, fast kindliche Plastizität des Gesichts gegen das harte grafische Muster darum herum. Das ist einer dieser Fälle, in denen die Idee der Ausgabe nicht nur auf dem Cover steht. Sie steckt im Bild selbst.

Sarah Pidgeon für Vogue Singapore

Sarah Pidgeon für Vogue Singapore ist eine sehr puppenhafte, sehr klare und sehr behutsame Geschichte. Sie wurde Coverstar der Septemberausgabe Beyond The New, fotografiert von Dan Beleiu. Auf dem Cover ist Prada genannt.

Und hier habe ich gemischte Gefühle. Sarah sieht wunderschön aus. Die Pose mit den angezogenen Beinen, der grüne Akzent, der transparente schwarze Stoff, das blonde Haar – alles ist glänzend und leicht. Doch Prada nimmt dem Bild in diesem Fall ein wenig Luft.

Ich würde sie gern in etwas sehen, das weniger geschniegelt ist. Etwas, das diese polierte Schönheit leicht stört. Denn Sarah hat ein Gesicht, das auch ein seltsameres Styling tragen kann. Hier ist alles hübsch, aber vielleicht zu kontrolliert.

Anya Taylor-Joy für V Magazine

Und zum Schluss: Anya Taylor-Joy für V Magazine. Das ist wirklich ein visuelles Geschenk.

Für V162 wurde sie von Nick Knight fotografiert und von Anna Trevelyan gestylt. Das Konzept kreist um Papier: Für das Shooting trug die Schauspielerin Originalstücke, die sieben Designer vollständig aus Papier gefertigt hatten.

Und gerade wegen ihrer Erscheinung ist es atemberaubend schön. Anya hat diese eisige, fast unmenschliche Ausstrahlung, die in den falschen Händen schnell kalt wirken kann. Doch Nick Knight setzt sie perfekt ein. Papier wird nicht bloß zum Material, sondern zur Verlängerung ihres Images: scharf, fragil, blass, beinahe transparent.

In einem Bild sieht sie aus wie eine riesige weiße Blüte vor schwarzem Grund. In einem anderen wie ein Wesen aus Papierbahnen, Licht und Luft. Und das ist einer dieser seltenen Fälle, in denen ein komplexes Konzept nicht wie eine studentische Übung zum Thema „Materialität“ aussieht. Es funktioniert tatsächlich.

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